Das Schreckgespenst

Bücher wandern von Stapel zu Stapel. Keins gut genug. Abgebrochen. Abgebrochen. Abgebrochen. Dann lieber das Regal neu ordnen. Diesmal nach Autoren. Nicht schön. Also zurück zu den Farben. Noch immer kein Buch gefunden. Neue gekauft. Nichts. Alte gekauft. Auch nichts. Dann Netflix. Und was ist mit dem Blog? Kurzum: Die Leseflaute hat mich fest in…

Trauer ist das Ding mit Federn

Kurz nach dem Tod der Mutter klingelt es an der Tür und die riesige, stinkende Krähe dahinter verkündet, dass sie so lange bleiben wird, bis die trauernde Familie sie nicht mehr braucht. Fortan sorgt der ungebetene Gast mit seinem ruppigen Charakter und zweifelhaften Weisheiten für Ablenkung und hilft dem zurückgelassenen Ehemann und seinen Söhnen dabei,…

Warum Katzen malen. Eine Theorie der Katzenästhetik

Zahlreiche Darstellungen von malenden Katzen auf Papyri beweisen, dass schon die alten Ägypter sich der Katzenkunst bewusst waren. Während die Zeichnungen zu jener Zeit noch als göttliches Medium angesehen wurden, fielen später hunderte Katzen den Hexenverfolgungen zum Opfer, sodass das Bewusstsein um diese Kunst  nahezu verschwand. Erst eine im Jahr 1978 ausgestrahlte russische Fernsehsendung über eine…

Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß

»Ganz schwach nur, aber sie lebt noch!« »Ich fürchte, früher oder später werden sie doch alle tot sein…« »Sie vollenden ihre Leben in Ihrem Schrank.« »Ja, das tun sie. So kann man das wohl sagen. «  (S.30) Batterien leben. Und Batterien sterben. Ein interessanter Gedanke. Vor allem aus erzählerischer Sicht, stellt dieser sonderbare Dialog doch…

Abtrünniges Blut

Liebe Menschen da draußen, es ist etwas geschehen. Etwas, das ich nicht hatte kommen sehen. Etwas Ungeheuerliches. Eine Premiere in vielerlei Hinsicht. Ich habe einen Thriller gelesen. Und er hat mir gefallen.   (Denkt euch die Pauken und Trompeten an dieser Stelle.)   Doch das Skandalöse daran ist nicht, dass mir zuvor nie ein Thriller/Krimi…

Guten Morgen, du Schöne & He, du Glückliche!

»Seelisch bin ich eigentlich reif für den Strich.« (S.73) stellt Ruth, 22, Serviererin und Mutter im 1977 veröffentlichten und in der DDR sehr erfolgreichen dokumentarischen Werk »Guten Morgen, du Schöne« fest. Sie ist alleinerziehend, will keinen Mann an ihrer Seite außer zum Sex und hat einen seelischen Knacks, wie sie selbst sagt. Ruth ist wütend, verzweifelt,…

Siebeneinhalb Leben

»Und ich saß da mit der Füllfeder in der Hand, der Füllfeder, mit der ich nie schrieb, aber manchmal unterschrieb, einem Schreibwerkzeug für besondere Anlässe. Die Verschlusskappe hatte ich bereits aufgeschraubt, aber Stein wollte diese Geste besten Willens offenbar nicht würdigen. Und dann kam der Zug aus der anderen Richtung, tauchte auf aus dem linken…

Über Antiquariatsfunde und erfreuliche Entwicklungen

Aus gegebenem Anlass und da ich selbst solcherlei Beiträge mit großem Interesse lese, wird es heute keine neue Rezension, sondern einen kleinen Überblick über meine neuesten Errungenschaften aus dem Antiquariat geben. Doch bevor wir uns diesen Schätzen widmen, möchte ich frohen Mutes verkünden, dass ich Finalistin beim Buchblog-Award 2018 in der Kategorie Newcomer bin. Ich…

Der Tor und der Tod

Auch wenn ich für gewöhnlich nicht allzu viel mit Lyrik anzufangen weiß, so gibt es Tage, an denen es mich zu ihr zieht, wo ich mich nach kunstvollen Konstruktionen, nach Rhythmus und Reim, nach Alliterationen und Assonanzen, Metonymien, Metaphern, Emphasen, Pleonasmen, klug gesetzten Antithesen und ja, vielleicht sogar nach Paronomasien, jedenfalls allerlei Redeschmuck verzehre. Einem…

Schriftsteller!

»Wenn ich die menschliche Natur auch nur ein bisschen ergründete (und das sollte man von einem Schriftsteller ja eigentlich erwarten), hätte ich vielleicht gleich durchschaut, was es mit den Geschehnissen an und seit jenem Abend auf sich hatte. Doch ich las die Mail von Ada Hammerstein mit lächerlicher Unbefangenheit.« S.5 Als ich das Buch auf…