Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß

»Ganz schwach nur, aber sie lebt noch!« »Ich fürchte, früher oder später werden sie doch alle tot sein…« »Sie vollenden ihre Leben in Ihrem Schrank.« »Ja, das tun sie. So kann man das wohl sagen. «  (S.30) Batterien leben. Und Batterien sterben. Ein interessanter Gedanke. Vor allem aus erzählerischer Sicht, stellt dieser sonderbare Dialog doch…

Abtrünniges Blut

Liebe Menschen da draußen, es ist etwas geschehen. Etwas, das ich nicht hatte kommen sehen. Etwas Ungeheuerliches. Eine Premiere in vielerlei Hinsicht. Ich habe einen Thriller gelesen. Und er hat mir gefallen.   (Denkt euch die Pauken und Trompeten an dieser Stelle.)   Doch das Skandalöse daran ist nicht, dass mir zuvor nie ein Thriller/Krimi…

Guten Morgen, du Schöne & He, du Glückliche!

»Seelisch bin ich eigentlich reif für den Strich.« (S.73) stellt Ruth, 22, Serviererin und Mutter im 1977 veröffentlichten und in der DDR sehr erfolgreichen dokumentarischen Werk »Guten Morgen, du Schöne« fest. Sie ist alleinerziehend, will keinen Mann an ihrer Seite außer zum Sex und hat einen seelischen Knacks, wie sie selbst sagt. Ruth ist wütend, verzweifelt,…

Siebeneinhalb Leben

»Und ich saß da mit der Füllfeder in der Hand, der Füllfeder, mit der ich nie schrieb, aber manchmal unterschrieb, einem Schreibwerkzeug für besondere Anlässe. Die Verschlusskappe hatte ich bereits aufgeschraubt, aber Stein wollte diese Geste besten Willens offenbar nicht würdigen. Und dann kam der Zug aus der anderen Richtung, tauchte auf aus dem linken…

Über Antiquariatsfunde und erfreuliche Entwicklungen

Aus gegebenem Anlass und da ich selbst solcherlei Beiträge mit großem Interesse lese, wird es heute keine neue Rezension, sondern einen kleinen Überblick über meine neuesten Errungenschaften aus dem Antiquariat geben. Doch bevor wir uns diesen Schätzen widmen, möchte ich frohen Mutes verkünden, dass ich Finalistin beim Buchblog-Award 2018 in der Kategorie Newcomer bin. Ich…

Der Tor und der Tod

Auch wenn ich für gewöhnlich nicht allzu viel mit Lyrik anzufangen weiß, so gibt es Tage, an denen es mich zu ihr zieht, wo ich mich nach kunstvollen Konstruktionen, nach Rhythmus und Reim, nach Alliterationen und Assonanzen, Metonymien, Metaphern, Emphasen, Pleonasmen, klug gesetzten Antithesen und ja, vielleicht sogar nach Paronomasien, jedenfalls allerlei Redeschmuck verzehre. Einem…

Schriftsteller!

»Wenn ich die menschliche Natur auch nur ein bisschen ergründete (und das sollte man von einem Schriftsteller ja eigentlich erwarten), hätte ich vielleicht gleich durchschaut, was es mit den Geschehnissen an und seit jenem Abend auf sich hatte. Doch ich las die Mail von Ada Hammerstein mit lächerlicher Unbefangenheit.« S.5 Als ich das Buch auf…

Herr Katō spielt Familie

Seit Herr Katō im Ruhestand ist, weiß er nichts mehr mit sich anzufangen. Täglich sieht er sich mit denselben Fragen konfrontiert: Die Plattensammlung neu ordnen oder doch das Radio reparieren? Beim Spaziergang am Obdachlosen vorbeigehen oder ihn umgehen? Hat er auch die Mäuse gegrüßt? Und wie wäre es mit einem weißen Spitz? Es wäre doch…

Das Labyrinth von London

Als im British Museum ein altes Relikt gefunden wird, ist die magische Welt außer sich. Denn verborgen hinter allerlei Abwehrmechanismen schlummert ein Gegenstand von ungeheurer Macht, der das Gleichgewicht zwischen Weiß- und Schwarzmagiern verschieben könnte. Die verlustreichen Vorfälle bei ersten Versuchen, das Relikt zu öffnen, verlangen nach einem Wahrsager. Und da alle anderen sich angesichts…

Farm der Tiere

»1. Alles, was auf zwei Beinen geht, ist ein Feind. 2. Alles, was auf vier Beinen geht oder Flügel hat, ist ein Freund. 3. Kein Tier soll Kleider tragen. 4. Kein Tier soll in einem Bett schlafen. 5. Kein Tier soll Alkohol trinken. 6. Kein Tier soll ein anderes Tier töten. 7. Alle Tiere sind…