Über meine Weihnachtslektüre und bibliophile Adventskalender

Na was ist denn hier los? Gleich zwei (ZWEI!) Blogbeiträge in einer Woche? Jetzt dreht sie völlig am Rad. Doch keine Angst, meine Leseflaute hege und pflege, kraule und füttre ich auch weiterhin. Die Schuld für diese unrühmliche Situation ist keinesfalls bei mir zu suchen, nein. Es war die Heimtücke des Dezembers, der sich diabolisch die Hände reibend auf leisen Sohlen näherte und mich hinterrücks überfiel. Andernfalls hätte ich einen solchen Beitrag doch lange im Voraus geplant! Ihr seht, das hier bleibt eine absolute Ausnahme. Versprochen!

 

Anlass dieses kurzen Exkurses sind zweierlei Dinge: Zum einen meine alljährliche Weihnachtslektüre, die ich euch nicht vorenthalten möchte und zum anderen ein Adventskalender für Literaturliebhaber, an dem ich mitgewirkt habe.

Denn die Studierenden der Leipziger Buchwissenschaft haben auch in diesem Jahr eine kleine digitale Weihnachtsüberraschung vorbereitet. Hinter jedem Türchen lauert ein köstlicher Briefwechsel zwischen einem Schriftsteller und seinem Verleger, der kommentiert und kontextualisiert wird. Ob Schiller, Bürger, Schopenhauer, Kafka, Hesse oder Benn: Wenn ihr einige der bedeutendsten Schriftsteller der vergangenen Jahrhunderte näher kennenlernen wollt, dann schaut unbedingt einmal hier vorbei. Denn so manch ein Literat lebt gern über seine Verhältnisse hinaus und schnorrt sich fröhlich durch die Welt…

 

3 klaus

»Uhr, Uhre, Uhre, Uhren, müßt alle nur leise schnurren, leise schnurren. – Mausekönig hat ja wohl ein feines Ohr – purrpurr – pum pum, singt nur, singt ihm altes Liedlein vor – purr purr – pum pum, schlag an, Glöcklein, schlag an, bald ist es um ihn getan!« S.46

Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom »Nussknacker und Mausekönig«, von der kleinen Marie und dem dubiosen Obergerichtsrat Drosselmeier, noch dazu aus der Hand meines großen Helden E.T.A. Hoffmann? Nichts vermag mich besser in Weihnachtsstimmung zu versetzen als dieses kleine Büchlein mit seinen schaurig-schönen Illustrationen. Wer lieber hören möchte, dem empfehle ich wärmstens die Version von Katharina Thalbach, die auch das Hörbuch zu meiner zweiten großen Empfehlung spricht: »Frostfeuer« von Kai Meyer.

 

2 Frostfeuer

Die Geschichte spielt im Jahr 1893 in einem Hotel in St. Petersburg, wo ein Mädchen namens Maus leise durch die Flure huscht und die Schuhe der Gäste poliert. Als eines Tages eine Frau mit einem Koffer voller Wörter und einem Zapfen aus dem Herzen der Schneekönigin im Hotel eincheckt, findet sich die schüchterne 12-Jährige unversehens zwischen den Fronten einer unbekannten, magischen Welt wieder…

Was zunächst nur wenig außergewöhnlich klingen mag, entpuppte sich als kleine Buchperle, treffen mich die einzigartige, durchdringende Atmosphäre, die originellen Charaktere und der famose Schreibstil eines Kay Meyer doch ein jedes Mal bis ins Mark.

 

1 S&V

Das dritte und letzte Buch, das demnächst wieder einmal den Weg in meine Hände finden wird, ist »Stolz und Vorurteil« von Jane Austen. Wenngleich mir ihre übrigen Bücher nicht besonders zusagten, kann ich mich einfach nicht des Charmes dieser einen Geschichte entziehen. Originell mag das nicht sein, aber was habe ich von Originalität, wenn mein Herz nicht höher schlägt, meine Gedanken nicht kreisen, ja, meine Freude nicht echt ist?

Leider habe ich MEINE Übersetzung bisher noch nicht gefunden, doch das scheint mir stets eine gute Ausrede zu sein, um auf Bücherjagd zu gehen…

 

In diesem Sinne: Eine beschauliche, bibliophile Adventszeit euch allen! 🌲

 

 

 

 

 

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